Freitag, 9. Juni 2006
Lahm als bester Spieler
4:2 für Deutschland
Auch ohne Kapitän Michael Ballack ist der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ein Start nach Maß in die WM 2006 gelungen. Die Auswahl von Bundestrainer Jürgen Klinsmann kam beim Eröffnungsspiel des 18. Endturniers zu einem verdienten, aber nicht immer überzeugenden 4:2 (2:1) gegen Außenseiter Costa Rica. Die überragenden Philipp Lahm (6.) und Torsten Frings (87.) sowie Geburtstagskind Miroslav Klose (17./61.) sicherten den "Heimsieg" vor 66.000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner WM-Arena, in der Bundespräsident Horst Köhler zuvor das größte Sportereignis auf deutschem Boden eröffnet hatte.
Immer wieder angetrieben von einem aufgewühlten Bundestrainer Klinsmann an der Seitenlinie zeigte die deutsche Mannschaft in der Offensive eine ansprechende Leistung. Restlos überzeugen konnte vor allem Lahm, der nicht nur das erste Tor der WM 2006 selbst erzielte, sondern auch das sehr beruhigende 3:1 durch den starken Klose mit seinem "schwachen" linken Fuß zu einem Zeitpunkt vorbereitete, als die Gastgeber einen leichten Durchhänger hatten. So fiel letztlich auch das aus Abseits-Position erzielte 3:2 durch Torjäger Paulo Wanchope (73.) nicht ins Gewicht. Der Star der Südamerikaner hatte aber schon bei seinem Tor zum zwischenzeitlichen 2:1 (12.) die auffälligen Schwächen der deutschen Defensive offenbart.
Die deutsche Nationalmannschaft begann erwartungsgemäß ohne Kapitän Ballack, der weiter an einer hartnäckigen Wadenverletzung laboriert. Zwar hatte sich der Ex-Münchner selbst fit gemeldet für die Eröffnungspartie, der Trainerstab um Klinsmann aber nominierte den 29-Jährigen nicht einmal für den Kader. "Natürlich möchte jeder Spieler gerne das Eröffnungsspiel einer WM spielen. Er würde das Risiko eingehen, wir nicht. Wir brauchen ihn noch für das Turnier", erklärte Bundestrainer-Assistent Joachim Löw den Verzicht auf Ballack, der immerhin auf der Bank Platz nehmen durfte.
Für Ballack trug Bernd Schneider die Kapitänsbinde. Die Rolle des künftigen England-Legionärs im deutschen Mittelfeld übernahm in seinem 21. Länderspiel Tim Borowski. Doch auch Ballack trat gleich in Erscheinung -als Gratulant für Philipp Lahm: Es war gerade die sechste Spielminute angebrochen, als der kleine Münchner einen Ball vom linken Strafraumeck unbedrängt und unhaltbar ins rechte obere Tordreick zirkelte. Die gesamte deutsche Bank sprang auf, Lahm lief zum Feiern an die Seitenlinie und wurde dort vom lauthals jubelnden Ballack begeistert auf den Kopf getätschelt und umarmt. Auch eine Umarmung zwischen Klinsmann und Ballack war zu bestaunen.
In den nachfolgenden Minuten zeigte die DFB-Auswahl dann ihre zwei Gesichter. Nach zwei guten Möglichkeiten durch Miroslav Klose und Bernd Schneider (10.) kassierten die "Klinsmänner" kurz danach den Ausgleich, Arne Friedrich hob das Abseits auf, Costa Ricas Star Paulo Wanchope stand nach einem Pass von Mauricio Salis frei vor Jens Lehmann und verwandelte eiskalt gegen den deutschen Torhüter (12.). Im ersten Turnierspiel seiner Karriere sorgte der 36-Jährige früh für Unruhe auf der deutschen Bank. Nach nur 20 Minuten musste der Keeper von Arsenal London am linken Knöchel behandelt werden.
An Gegentore offensichtlich gewöhnt, zeigte sich die deutsche Mannschaft vom Treffer der Costa Ricaner unbeeindruckt und drückte weiter aufs Tempo. Mit Erfolg. Nur fünf Minuten nach dem 1:1 leitete Bastian Schweinsteiger einen Pass von Bernd Schneider weiter vor das Tor der Südamerikaner, der bestens postierte Klose hatte keine Mühe, an seinem 28. Geburtstag zum 25. Mal im 56. Länderspiel zu treffen (17.).
Mit Treffer Nummer 26 und seinem insgesamt siebten WM-Tor zog Klose in der Bestenliste der deutschen WM-Torschützen mit dem Kölner Weltmeister Hans Schäfer auf Rang sieben gleich. Bereits im Auftaktspiel der WM 2002 hatte der Bremer im ersten deutschen Spiel geglänzt -damals erzielte er drei Treffer beim 8:0 gegen Saudi-Arabien. Unter großem Beifall des Publikums durfte der Torjäger in der 79. Minute das Spielfeld verlassen, für ihn kam in der Schlussphase der Gladbacher Oliver Neuville.
Die erneute Führung der deutschen Mannschaft zum 2:1 war Ausdruck ihrer großen Überlegenheit, in der Defensive aber war sie nicht immer Herr der Lage. Bei den wenigen Gegenangriffen von Costa Rica, in der Weltrangliste derzeit die Nummer 29, offenbarten die zwei langen Innenverteidiger Per Mertesacker und Christoph Metzelder bisweilen leichte Unsicherheiten, auch Friedrich hatte zu Beginn Probleme.
So kam Verteidiger Luis Marin kurz nach dem Wiederanpfiff nach einem Eckball von Walter Centeno aus acht Metern völlig frei zum Kopfball -keiner deutscher Spieler schien sich zuständig zu fühlen. Sehr unglücklich sah die deutsche Mannschaft auch beim späten 3:2 durch Wanchope aus, auch wenn es aus Abseitsposition erzielt wurde.
Aus der Abwehrreihe zeigte nur Lahm auf der linken Seite von Beginn an eine starke Leistung, der Torschütze war bester Mann neben Frings, der treibenden Kraft im deutschen Spiel. Der Bremer ergänzte sich zudem gut mit dem gefällig spielenden Ballack-Double Borowski, der nach anfänglichen Unsicherheiten an Sicherheit gewann, den etatmäßigen Kapitän aber nicht gleichwertig ersetzen konnte. In der 72. Minute wurde der Blondschopf fast folgerichtig gegen den Dortmunder Sebastian Kehl ausgetauscht, wohl auch, um die Defensive in der Schlussphase zu stabilisieren.
quelle: www.n-tv.de
Costa Rica: 4:2 für Deutschland
- Florian
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Costa Rica: 4:2 für Deutschland
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Florian
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